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Sparmaßnahmen

Die Bibel hat recht! Sprüche 16,16 sagt es klipp und klar: Weisheit erwerben ist besser als Gold, und Einsicht erwerben besser als Silber. Aber wie immer liegen die Dinge hier auf Erden nicht so einfach: Das Finanzwesen ist kompliziert und das kirchliche allzumal. Und so ist es eine der (vielen!) zu lösenden Aufgaben unserer Kirche, ein vernünftiges und transparentes Finanzwesen zu schaffen, das es den Verantwortlichen erlaubt, sich schnell und unkompliziert einen Überblick über Vermögen, Einnahmen und Ausgaben zu verschaffen.

Strukturelles Defizit
Mit der Umstellung auf das Neue Kirchliche Finanzwesen (NKF) waren bedauerlicherweise erhebliche Schwierigkeiten bei dem laufenden Finanz- und Rechnungswesen verbunden, was uns über einen längeren Zeitraum den Überblick über unsere Finanzen fast unmöglich machte.

Aber jetzt ist die Umstellung auf das NKF weitgehend erfolgt. Leider hat der bessere Durchblick nicht zu größerer Freude geführt.

Im Fall unserer Gemeinde hat der bessere Überblick dazu geführt, dass wir die in den letzten Jahren entstandenen Schwachpunkte unserer Finanzsituation sehr klar erkennen können. Wir sehen uns damit konfrontiert, dass wir ein hohes strukturelles Defizit mit uns herumschleppen; also ein Defizit, das nicht durch „Einmaleffekte“ entstanden ist und das, wenn es – z. B. durch Spenden – ausgeglichen wäre, vergessen werden kann, sondern ein Defizit das Jahr für Jahr größer zu werden droht und damit unser Vermögen auszehrt, wenn wir nicht gegensteuern. Wie andere Gemeinden in ähnlicher Situation sind daher auch wir von der Kirchenleitung aufgefordert worden, unsere Finanzen zu konsolidieren.

Kirchensteuerschlüssel
Bredeney war noch nie, wie viele meinen, eine reiche Gemeinde. Das auch von uns mitgetragene Solidaritätsprinzip in der Evangelischen Kirche in Deutschland sorgt ja dafür, dass die gesamten Kirchensteuereinnahmen des Kirchenkreises nach Köpfen auf die einzelnen Gemeinden verteilt werden. Da unsere Gemeinde mit heute etwa 3.200 Mitgliedern eine der kleinsten Gemeinden im Kirchenkreis ist, fällt auch der uns zustehende Kirchensteueranteil im Vergleich zu anderen Gemeinde eher bescheiden aus. Nicht zuletzt diese Tatsache hat dazu geführt, dass wir mit unseren Nachbargemeinden bereits vor einigen Jahren Gespräche über eine engere Zusammenarbeit und Kooperation bis hin zu konkreten Fusionsüberlegungen begonnen haben, die jetzt mit der Gemeinde Essen-Margarethenhöhe sehr konkret geworden sind.

Sparbeschlüsse
In einer Klausurtagung Ende Januar hat sich das Presbyterium mit diesen Themen beschäftigt, insbesondere mit der Frage, wie wir Einnahmen und Ausgaben unserer Gemeinde langfristig ins Lot bringen können. Klar ist, dass wir uns nicht mehr alles Bisherige leisten können. Wir waren uns aber einig, dass die wirklich vorbildliche und weit über unsere Gemeindegrenzen hinauswirkende Jugendarbeit nach Möglichkeit weitergeführt werden sollte, weil sie die Zukunft unserer Gemeinde darstellt. Auch hier müssen aber neue Konzepte für eine zusätzliche Finanzierungsbasis erarbeitet werden.

Die Maßnahmen auf der Einnahmenseite sind eng begrenzt. Also bleibt nur der steinige, oft bittere und traurige, zudem unpopuläre Weg des Sparens. Wir sind uns dabei bewusst, dass betroffene Gruppen und Einzelpersonen dies nie als „gerecht“ empfinden können. Wir haben um jede einzelne Maßnahme gerungen, Für und Wider abgewogen und nach bestem Wissen und Gewissen und im Bewusstsein unserer Verantwortung gegenüber der Gemeinde und gegenüber den Betroffenen entschieden.

Die Maßnahmen im Einzelnen:
> Kirchenmusik
• Die Finanzierung des Posaunenchors und des Flötenkreises durch die Gemeinde kann so nicht weitergeführt werden.
• Der Kinderchor wird von Mitte des Jahres 2017 an nicht fortgeführt
• Für die musikalische Ausgestaltung der Passionsandachten können in Zukunft keine Honorare mehr gezahlt werden.
• Die Kosten für die Unterstützung von Solisten und Orchestern bei Chorkonzerten müssen deutlich reduziert werden.

> Kinder- und Jugendarbeit
• Die Jugendarbeit soll in verstärktem Maße durch Spenden finanziert werden (s. S. 17)
• Die beiden Spielkreise Heierbusch und Brandenbusch werden mit Ende des Kindergartenjahres 2016/17 nicht fortgeführt.
Bekanntermaßen haben wir im letzten Jahr mit erheblichen Investitionen die KiTa Am Brandenbusch für die Betreuung von U3-Kindern ausgebaut. Damit ist zusammen mit der KiTa Helmertweg ein für unsere kleine Gemeinde überdurchschnittlich großes Angebot für die Betreuung von Kleinkindern entstanden, für das die Gemeinde bereits
erhebliche Mittel für die erforderlichen Trägeranteile finanziert. Zusätzliche Angebote mit laufend steigenden Kosten wie die bisher vorhandenen Spielkreise sind nicht mehr finanzierbar.

> Vermietete Immobilien
Unsere vermieteten Immobilien, insbesondere auch die Kruyk Wohnanlage müssen wir auf Einsparungs- und Ergebnisverbesserungspotential untersuchen; insbesondere ist in den letzten Jahren ein Missverhältnis zwischen den gestiegenen Kosten und den Umlagen entstanden. So kann z.B. ein signifikantes Einsparungspotential durch einen Anbieterwechsel für die bestehende Notrufanlage realisiert werden.

> Stiftung
Die Zuwendungen der Gemeinde an die Stiftung „Lebendige Kirche Bredeney“ werden deutlich reduziert.

> Kirchennutzung

Die Nutzungsentgelte für beide Kirchen werden erhöht (z. B. für Hochzeiten von Nicht-Gemeindegliedern)

> Gemeindestandorte
Um die erheblichen Betriebs- und Bewirtschaftungskosten unserer beiden Gemeindestandorte zu reduzieren, sollen Organisation und Nutzung den gegenwärtigen Anforderungen angepasst werden.

* * *

Darüber hinaus werden an verschiedenen weiteren Stellen Ausgaben und Einnahmen optimiert.

Auch wir empfinden diese Eingriffe als sehr schmerzlich. Aber wenn wir verantwortlich für das Wohl der Gemeinde handeln wollen, sehen wir keine anderen Möglichkeiten, als diese Sparmaßnahmen umzusetzen.

Wir hoffen sehr, dass wir alle zusammen, in der Gemeinschaft unserer Gemeinde diesen Weg gehen können und uns gegenseitig Hilfe und Stütze sind. Die gesunde finanzielle Basis einer Gemeinde ist wichtig für die vielfältigen Aufgaben und Tätigkeiten, aber letzten Endes lebt eine Gemeinde nicht „vom Brot allein“, sondern von ihrer Gemeinschaft, von gegenseitigem Getragensein und vom Vertrauen auf die Liebe und Zuwendung Gottes.

Für Fragen und Gespräche können Sie sich an jeden Ihrer Presbyter wenden.

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